Stadt Nordhausen
Stadtentwässerungsbetrieb

Robert-Blum-Straße 1
99734 Nordhausen

Telefon: 03631 639-0

Telefax: 03631 639-104

Montag
08:30-12:00 Uhr und
13:00-15:00 Uhr

Dienstag
08:30-12:00 Uhr und
13:00-15:00 Uhr

Mittwoch
nach Vereinbarung

Donnerstag
08:30-12:00 Uhr und
13:00-18:00 Uhr

Freitag
08:30-12:00 Uhr

Rufbereitschaft

Sie sind hier:

Pressemitteilungen

Mit Investitionszuschüssen aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) 2014 – 2020 (23.10.2017)

Mit Investitionszuschüssen aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) 2014 – 2020 arbeiten wir an der Umsetzung des im Folgenden beschriebenen Projektes

 

Grundsätzliches Ziel:        Energieautarke Kläranlage Nordhausen

Teilprojekt:                         Erneuerung der Gebläsestation

 

Grundsätzliches: Die Kläranlage Nordhausen mit einer Ausbaugröße von 100.000 EW (Einwohnerwert = Anzahl der angeschlossenen Einwohner + Abwasser aus Gewerbe- und Industrieeinleitungen) dient der normgerechten Behandlung der Schmutzwässer der Stadt Nordhausen mit ihren Ortsteilen sowie des Abwasserzweckverbandes „Südharz“.

Die Kläranlage wurde in den Jahren 1993 bis 1999 errichtet und verfügt u. a. über eine Schlammfaulungsanlage zur Stabilisierung der Schlamminhaltsstoffe des im Prozess der Abwasserbehandlung anfallenden Schlammes. Hinter der Schlammfaulung steht zunächst die Absicht, eine Geruchsfreiheit und Hygienisierung der Schlämme herzustellen. Erfreulicher Nebeneffekt ist das im Faulprozess entstehende Faulgas, was in Blockheizkraftwerken (BHKW) verbrannt und so in nutzbare elektrische Energie sowie Wärmeenergie umgewandelt wird.

Nach aktuell abgeschlossener Erneuerung der vorhandenen BHKW-Anlage kann der Wärmeenergiebedarf der Kläranlage Nordhausen nahezu vollständig und der Elektroenergiebedarf (rund 2 Mio. kWh/a) zu rund 60 % selbst erzeugt werden. Im Hinblick auf den in Europa und insbesondere Deutschland beschrittenen Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbaren Energien können und wollen wir uns hiermit aber noch nicht zufriedengeben. Unser Ziel ist es, den mittleren jährlichen Energiebedarf ausschließlich mit der im Abwasser enthaltenen Energie durch Verstromung des gewonnenen Faulgases (aus Klärschlamm) abdecken zu können und so eine abwasserbürtig energieautarke Abwasserbehandlung zu erreichen.

Dies lässt sich nicht allein mit der Erhöhung der Effizienz der Blockheizkraftwerke oder einer Steigerung der Gaserzeugung erreichen. Es sind deutliche Verbrauchsoptimierungen im Einklang mit verfahrenstechnischen Verbesserungen notwendig. Keinesfalls dürfen die Einsparbemühungen jedoch dazu führen, dass dies zu Lasten der Reinigungsleistung und damit der Ablaufwerte der Kläranlage geht.

Grundlage unseres Handelns bildet eine ingenieurtechnische Untersuchung zur Erhöhung der Energieeffizienz der Kläranlage Nordhausen. Im Rahmen der begonnenen Umsetzung haben wir weiteren und detaillierteren Untersuchungsbedarf festgestellt.

Bislang untersuchte Lösungsansätze zur Verminderung des Energie- bzw. Stromverbrauches beziehen sich auf folgende Punkte:

Einsatz effizienter Aggregate, z. B. neue Gebläse, Belüfterelemente, Zentrifugen und Pumpen, die weniger Energie pro Einheit verbrauchen bzw. benötigen als die vorhandenen Aggregate und Einbauten, betriebliche/verfahrenstechnische Maßnahmen, z. B. optimale Sauerstoff- oder TS-Gehalte und Rücklaufverhältnisse, Verringerung von Druckverlusten, Erweiterung/Optimierung der Automatisierungs-/Regelungstechnik.

Mit dem vorliegenden Teilprojekt „Erneuerung der Gebläsestation“ soll eine Optimierung des Lufteintrages in die Belebungsanlage durch Einsatz neuer energieeffizienterer Gebläse sowie einer geänderten Steuerung erfolgen.

Derzeit sind auf der Kläranlage Nordhausen für die Luftversorgung der biologischen Reinigungsstufe 3 identische Gebläse mit folgenden technischen Spezifikationen im Einsatz:

  • Art/Typ: Drehkolbengebläse
  • Nennleistung Pn: 132 kW
  • Luftfördermenge Ql: max. 4.700 m³/h
  • Regelbereich Qmin/Qmax: ca. 2.000 – 4.700 m³/h (30 - 50Hz)
  • Baujahr: 2002.

Die Gebläse sind 2 separaten Luftlinien zugeordnet, die jeweils 4 Belebungsbecken in unterschiedlichen Verfahrensstufen belüften. Dabei wird ein Gebläse als Reservegebläse genutzt, was je nach Bedarf auf die eine oder andere Luftlinie geschaltet werden kann. Die Gebläse werden über einen Frequenzumrichter in einem Bereich von ca. 40 – 100 % der (entspricht 30 – 50 Hz) Luftfördermenge geregelt. Aus dem Regelbereich ist ersichtlich, dass eine Luftmenge < 2.000 m³/h mit den vorhandenen Aggregaten nicht erreichbar ist, so dass z. B. bei geringen Nachtzuflüssen oder in Trockenwetterzeiten immer zu große Luftmengen eingetragen werden und somit ein nicht notwendiger Energieverbrauch erfolgt. Auf Grund dieser unnötigen Elektroenergieverbräuche sowie der erreichten Betriebsstunden, des Baujahrs, der benötigten elektrischen Leistung sollen diese 3 Gebläse ersetzt werden.

Geplant ist der Austausch der 3 vorhandenen Gebläse gegen 4 Gebläse mit unterschiedlichen Leistungsstufen. Hierbei sollen den jeweiligen Luftlinien je ein größeres und ein kleineres Gebläse zugeordnet werden, um einen größeren Regelbereich zu erhalten.

Durch den Einsatz unterschiedlich großer Gebläse ist es zukünftig möglich, den Regelbereich von derzeit 2.000 – 4.700 m³/h auf dann 400 – 4.900 m³/h zu vergrößern. Somit kann bei geringem Zufluss und reduziertem Sauerstoffbedarf die Luftmenge exakter angepasst und die Leistung im minimalem Betriebsfall auf bis zu ca. 14 kW (400 m³/h bei Pn = 45 kW) gegenüber 56 kW (2000 m³/h bei Pn = 132 kW) der Bestandsgebläse reduziert werden.

Für den Fall der Störung eines der großen Gebläse A werden 2 Gebläse B als Reserve verwendet. Möglich wird weiterhin eine allgemeine Steigerung der Energieeffizienz durch den Einsatz von Drehkolbengebläsen (höhere Gebläseleistung bei geringerem Energiebedarf) und durch den Einsatz von neuen Elektromotoren mit der Energieeffizienzklasse IE3.

Abhängig vom Betriebsfall und der tatsächlich geforderten Luftmenge beträgt die durchschnittliche Energieeinsparung der neuen Drehkolbenverdichter gegenüber den Bestandsgebläsen ca. 12 % und ca. 8 % gegenüber neuen Gebläsen konventioneller Bauart (Drehkolbengebläse).

Auf Grund der effizienteren Geräte und der hohen Luftleistungen sowie der technischen Anforderungen an den Schallschutz fallen bei der gewählten Lösung etwas höhere Investitionskosten an, jedoch ergibt sich eine Einsparung von Elektroenergie von ca. 190.000 kWh/Jahr.

Zur Umsetzung des Teilprojektes „Erneuerung der Gebläsestation“ war uns die Möglichkeit gegeben, Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ zu beantragen. Mit Bescheid vom 09.11.2016 haben wir vom Freistaat Thüringen die Zustimmung zum förderunschädlichen Vorhabensbeginn erhalten und können nun mit der Umsetzung der Maßnahme beginnen. Wir sind zuversichtlich, dass wir in Kürze auch noch den Fördermittelbescheid erhalten.

Aktualisierung:

Am 23.10.2017 hat Staatssekretär Dr. Klaus Sühl (TMIL) an Oberbürgermeister Kai Buchmann einen Fördermittelbescheid in Höhe von fast 282.000 Euro für die Erneuerung der Gebläsestation in der Kläranlage überreicht (Gesamtkosten: 480.000 Euro).

Erstmals können in der EFRE-Förderperiode 2014 bis 2020 energetische Sanierungs- und Optimierungsvorhaben an Kläranlagen gefördert werden. Die Kläranlage in Nordhausen ist eine von insgesamt neun Vorhaben in Thüringen, die in die EFRE-Förderung aufgenommen wurden.

Bauarbeiten am südlichen August-Bebel-Platz verzögern sich bis Ende Oktober (18.09.2017)

Bereits Anfang April haben die Sanierungsarbeiten in der Straße August-Bebel-Platz (Südseite) begonnen. Die Schmutz- und Regenwasserkanalisation wird umfassend saniert und im Anschluss die gesamte Straßendecke erneuert. Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschaftsbaumaßnahme der Stadt Nordhausen und des Stadtentwässerungsbetriebes.

Eigentlich sollten die Bauarbeiten bereits in der ersten Septemberwoche beendet sein, jedoch verzögert sich das Bauende jetzt noch bis Ende Oktober. Warum es zu einer erneuten Verzögerung kommt, weiß Carl Froitzheim, verantwortlicher Baubegleiter vom Stadtentwässerungsbetrieb Nordhausen.

„Gründe für die Verzögerung des Bauendes sind u. a. der nicht ausreichend tragfähige Boden im Bereich der Rohrgrabensohle, d. h. die für eine normgerechte Kanalverlegung erforderliche Tragfähigkeit des Untergrundes war nicht gegeben. Es musste ein umfangreicher Bodenaustausch vorgenommen werden. Auch mussten massive Kriegsschäden aus dem 2. Weltkrieg beseitigt werden, was ebenfalls vorher nicht abzusehen war“, erklärt Froitzheim. Weitere Gründe sind, dass im gesamten Baufeld zahlreiche alte und neue Versorgungsleitungen, die aufgrund der Herstellung für Hauptkanal sowie Hausanschlussleitungen teilweise umverlegt oder zurückgebaut werden mussten. Hierbei sind zusätzliche Erdarbeiten und Stillstandzeiten entstanden. Auch wurden seinerzeit die vorhandenen Leitungen im Baubereich vielfach großzügig in Beton eingebettet und mussten von Hand aufgestemmt werden. Auch aufgrund des sehr hohen Niederschlages während der Bauarbeiten mussten für mehrere Tage die Arbeiten auf der Baustelle ruhen. 

„Wir hoffen sehr, dass die Bauarbeiten nun Ende Oktober abgeschlossen sind und die Straße wieder für den Straßenverkehr und die Anlieger freigegeben werden kann“, so Froitzheim.

Der Stadtentwässerungsbetrieb und die Stadt Nordhausen bitten alle Anlieger sowie Bürgerinnen und Bürger um Geduld und Verständnis.

Bauarbeiten am südlichen August-Bebel-Platz - Bauende verzögert sich (11.08.2017)

Bereits am 25. April haben die Sanierungsarbeiten in der Straße August-Bebel-Platz (Südseite) begonnen. Derzeit wird die Schmutz- und Regenwasserkanalisation umfassend saniert und im Anschluss soll die gesamte Straßendecke erneuert werden. Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschaftsbaumaßnahme der Stadt Nordhausen und des Stadtentwässerungsbetriebes. …

„Im Vorfeld der Bauarbeiten erfolgte eine TV-Kanaluntersuchung der vorhandenen Kanalisation. Der betrachtete Abschnitt reicht vom Taschenberg bis zur Einmündung der Eichendorffstraße und umfasst rd. 260 m Schmutzwasserkanal sowie rd. 260 m Regenwasserkanal. Hinzu kommen jeweils die Anschlussleitungen zur Grundstücks- und Straßenentwässerung mit einer Gesamtlänge von rd. 300 m“, informiert Carl Froitzheim, verantwortlicher Baubegleiter vom Stadtentwässerungsbetrieb Nordhausen.

In Abhängigkeit vom jeweiligen Zustand der Anlagen wurde der Handlungsbedarf festgelegt. Dabei kommen sowohl Sanierungsverfahren in geschlossener Bauweise zur Anwendung, wie auch eine Erneuerung schadhafter Leitungsabschnitte in offener Bauweise. Bei der Wahl des Verfahrens spielt die Erneuerung der Straßendecke durch die Stadt Nordhausen eine wesentliche Rolle, so dass sich der Stadtentwässerungsbetrieb überwiegend für eine Erneuerung der Entwässerungsanlagen in offener Bauweise entschieden hat.

Die Sanierungsarbeiten in geschlossener Bauweise wurden von der Firma Aarsleff Rohrsanierung GmbH aus Geschwenda ausgeführt und sind inzwischen abgeschlossen. Die Kanalarbeiten in offener Bauweise wurden zusammen mit der Sanierung bzw. Erneuerung der Straßenoberfläche ausgeschrieben und an die Firma Henning aus Urbach vergeben.

Ende August sollte die Baumaßnahme beendet sein. Aufgrund einiger Verzögerungen verschiebt sich jedoch das Bauende. „Gründe für die Verzögerung des Bauendes sind der nicht ausreichend tragfähige Boden im Bereich der Rohrgrabensohle, d. h. die für eine normgerechte Kanalverlegung erforderliche Tragfähigkeit des Untergrundes war nicht gegeben. Es musste ein umfangreicher Bodenaustausch unterhalb der geplanten Rohrgrabensohle vorgenommen werden. Weiterhin wurden bei der Analyse des ausgehobenen Bodens die für einen Wiedereinbau zulässigen Schadstoffgrenzwerte überschritten, so dass der ursprünglich beabsichtigte Wiedereinbau im Bereich des Rohrgrabens nicht möglich war. Bis zur Klärung der Problematik musste der Boden im Baustellenbereich zwischengelagert werden, was den Baufortschritt außerdem behindert hat“, erklärt Froitzheim und nennt damit nur einige Gründe.

Weitere Gründe sind außerdem, dass der Verlauf und Zustand der Grundstücksanschlussleitungen im Vorfeld nicht ermittelt werden konnte, weil keinerlei Revisionsmöglichkeit vorhanden ist. Auch wurden seinerzeit die vorhandenen Leitungen im Baubereich vielfach großzügig in Beton eingebettet und mussten von Hand aufgestemmt werden.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich in der ersten Septemberwoche beendet sein. 

Der Stadtentwässerungsbetrieb und die Stadt Nordhausen bitten alle Anlieger sowie Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.

Grabenlose Kanalsanierung an einer Hauptverkehrsstrecke in Nordhausen (27.09.2016)

In Nordhausen wurde im Frühjahr 2016 ein Schmutzwasserhauptsammler auf einer Länge von etwa 360 m grabenlos saniert. Der stark geschädigte Hauptsammler DN 350 und DN 400 bestand aus Steinzeugrohren und verläuft teilweise entlang einer der Hauptverkehrs-strecken in der Kreisstadt Nordhausen im Norden Thüringens. Hierbei handelt es sich um die Bundesstraße B4 kurz vor dem Ortsausgang von Nordhausen in Richtung Erfurt.

Aufgrund der beschriebenen, verkehrstechnischen Lage und der hohen zu erwartenden Kosten bei der herkömmlichen Erneuerung in der offenen Bauweise, hat sich der Stadtentwässerungsbetrieb Nordhausen als Auftraggeber für eine grabenlose Sanierung dieses Kanals entschieden. Da der Kanal nicht nur teilweise entlang der Bundesstraße verläuft, sondern hier auch noch innerhalb einer Eisenbahnunterführung die Hauptbahntrasse der Stadt Nordhausen kreuzt, wurde nach einer Wirtschaftlichkeitsprüfung vom planenden Ingenieurbüro Hydro-Ingenieure aus Nordhausen der Einsatz des TIP- und Berstverfahrens vorgeschlagen. Neben den geringen Baukosten im Vergleich zur offenen Bauweise waren die Entscheidungskriterien für den Einsatz dieser Verfahren auch technisch begründet. Ebenfalls kann bei der Sanierung im Berst- und TIP-Verfahren aus technischen Gesichtspunkten mit der gleichen Lebensdauer des neuen Kanals wie bei der Erneuerung des Kanals in offener Bauweise gerechnet werden.

Wichtig für eine erfolgreiche, grabenlose Kanalsanierung ist neben der genauen Planung und der Bauausführung durch ein qualifiziertes Unternehmen auch der Einsatz geeigneter Neurohre. In diesem Fall wurden DIBt zugelassene und fremdüberwachte Concept-HL Vortriebsrohre aus PP-HM der Firma Karl Schöngen KG aus Salzgitter eingesetzt. Den Auftrag für die Durchführung der Arbeiten erhielt die Firma Diringer & Scheidel Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Niederlassung Dessau. Diese Firma aus der Diringer & Scheidel Unternehmensgruppe verfügt über eine langjährige Erfahrung bei der grabenlosen Kanalsanierung im Berst- und TIP-Verfahren. Beim TIP-Verfahren wird eine sogenannte Kalibrierhülse mit minimal kleinerem Außendurchmesser als der Innendurchmesser des vorhandenen Kanals durch den vorhandenen Kanal gezogen oder geschoben. Direkt an dieser Kalibrierhülse angekoppelt werden die Neurohre als einzelne Rohrmodule oder als verschweißter Rohrstrang eng anliegend (Tight-In-Pipe) in den vorhandenen Kanal eingebracht. Der Außendurchmesser der Neurohre ist hierbei ebenfalls nur geringfügig kleiner als der Innendurchmesser des vorhandenen Kanals und der minimale Ringspalt zum vorhandenen Kanal muss nicht verdämmt werden. Beim TIP-Verfahren wird der vorhandene Kanal nicht zerstört; an vorhandenen Muffenversätzen und Verformungen wird er durch das Durchlaufen der Kalibrierhülse jedoch wieder in seine ursprüngliche Form zurück gebracht.

 

Bild1: Funktionsweise TIP-Verfahren

In Gegensatz hierzu wird beim Berstverfahren der vorhandene Kanal aufgeweitet, die Bruchstücke radial in das umgebende Erdreich verdrängt und Neurohre mit gleicher oder größerer Abmessung eingebracht.

Die Sanierung des insgesamt etwa 360 m langen Bereiches eines Hauptsammlers in Nordhausen erfolgte in drei Abschnitten. Der erste Sanierungsabschnitt mit einer Länge von ca. 180 Metern erstreckte sich über drei Haltungen und verlief von der Straße der Einheit auf die Bundesstraße B 4 bis kurz vor einer Eisenbahnunterführung. Hier wurde ein aus 12 m langen PP-HM Rohren vorgeschweißter Rohrstrang in den vorhandenen Kanalabschnitt eingezogen. Dabei muss besonders erwähnt werden, dass der vorhandene Kanal auf den ersten 75 m dieser Teilstrecke nur über einen Innendurchmesser von 350 mm (DN 350) verfügte. In diesem Bereich musste der Kanal aufgeweitet und die Bruchstücke radial in das umgebende Erdreich verdrängt werden, um den neuen PP-HM Rohrstrang mit einem Außendurchmesser von 392 mm einziehen zu können. Im weiteren Verlauf dieser Sanierungsstrecke verfügte der vorhandene Kanal dann über einen Innendurchmesser von 400 mm (DN 400) und wurde beim Einzug des neuen Rohrstranges nicht aufgeweitet. Somit wurde innerhalb dieses Sanierungsabschnittes gleichzeitig das Berst- und das TIP-Verfahren eingesetzt, und dies an einem Stück über eine beachtliche Sanierungslänge von 180 Metern!

Bild 2: Einzug des 180 m langen Rohrstanges

      

Bild 3: Einzug des 120 m langen Rohrstranges

Beim zweiten Abschnitt handelte es sich um eine ca. 120 m lange Teilstrecke im Bereich dieser vorgenannten Eisenbahnunterführung entlang der Bundesstraße B4. Hier wurde wieder ein vorgeschweißter Rohrstrang mit einem Außendurchmesser von 392 mm in einem Stück in den vorhandenen Kanal DN 400 eingezogen. Dabei musste die stark befahrene Bundesstraße trotz der engen Platzverhältnisse in der Unterführung nicht gesperrt werden! Es wurde lediglich eine halbseitige Sperrung für die Arbeiten am durchfahrenen Zwischenschacht erforderlich.

Der letzte Sanierungsabschnitt befand sich ebenfalls an der Bundesstraße B4. Zwischen diesem und dem vorhergehenden Abschnitt befand sich jedoch eine bereits sanierte Haltung, welche die Bundesstraße kreuzt. Hier wurden die Neurohre auf einer Länge von etwa 60 Metern aus einem vorhandenen Schachtbauwerk DN 1000 heraus eingebaut. Es wurden ebenfalls Rohrmodule mit einem Außendurchmesser von 392 mm verwendet. Allerdings wurden hier keine Rohre mit glatten Enden zu einem Rohrstrang verschweißt und eingezogen, sondern einzelne Rohrmodule mit einer wandintegrierten Verbindung diskontinuierlich eingebaut. Die Gesamtlänge der Rohrmodule betrug jeweils 0,6 m. Für die Maschinentechnik zum Einziehen der Kalibrierung mit den angekoppelten Rohrmodulen, war eine kleine Baugrube am Ende dieser Haltung erforderlich.

 

Bild 4: verwendete Kurzrohre mit in der Rohrwand integrierter Verbindung Typ MV

Die gesamte Bauzeit dieser Maßnahme betrug etwa 12 Wochen. Dies wäre in der offenen Bauweise, bei den beschriebenen schwierigen Randbedingungen und einer Tiefenlage des Kanals von etwa 4 bis 5 Metern unter der Geländeoberkannte nicht möglich gewesen, zumal auch noch 3 Schachtbauwerke DN 1000 erneuert sowie 4 vorhandene Bauwerke saniert wurden. Durch den Einsatz moderner, grabenloser Einbauverfahren und spezieller Neurohre aus Kunststoff konnte bei dieser Kanalsanierungsmaßnahme der geschädigte Kanalabschnitt innerhalb kurzer Zeit wirtschaftlich, nachhaltig und ökologisch sinnvoll saniert werden.

Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt Nordhausen und der Gemeinde Hohenstein - Fortschreibung 2013 (11.06.2014)

Der Stadtrat hat mit Beschluss Nr. BV/1139/2014 am 16.04.2014 das „Abwasserbeseitigungskonzept für die Stadt Nordhausen und die Gemeinde Hohenstein – Fortschreibung 2013“ beschlossen. Das Abwasserbeseitigungskonzept gilt für die Jahre ab 2014 bis zur nächsten Überarbeitung in voraussichtlich 5 Jahren und liegt ab sofort während der Öffnungszeiten im Stadtentwässerungsbetrieb, 99734 Nordhausen, Robert-Blum-Straße 1, Zimmer 112 öffentlich aus. Um telefonische Voranmeldung zur Einsichtnahme wird gebeten (03631 639-310).